Moderne LED-Technik mit exakter Begrenzung

Das Lollarer Stadion ist eines der bestausgestatteten im Landkreis mit 400m Tartanbahn, Sprunggrube, Hammer- bzw. Diskuswurf- und Hochsprunganlage. Bislang fehlte dazu allerdings jegliche Beleuchtung. Genutzt wird es für Schulsport und vor allem auch von den Leichtathleten der TSG 1883 Lollar. Der Verein hat die Anlage von der Stadt Lollar gepachtet. In den dunklen Monaten nutzten die Sportler bislang eine der Sporthallen, vornehmlich die an der Clemens-Brentano-Europaschule. Als diese zur Grundrenovierung anstand, wurde der Lichtmangel deutlich. Werner Just, TSG-Mitglied und Stützpunktleiter des Deutschen Sportabzeichens, improvisierte mit viel Einsatz, aber es wurde klar, dass eine professionelle Dauerlösung gebraucht würde. Glücklicherweise hatte er in 2007, als die TSG den Tribünenhang pflasterte, Schächte mit Stromversorgung für Lichtmasten in einem eigenen Plan vermerkt, so dass er einen zentral benötigten jetzt wiederfinden konnte. Das Angebot einer Fachfirma zeigte schnell, dass zur Finanzierung von über 20.000 EUR jede Fördermöglichkeit genutzt werden müsste.
Die Stadt Lollar, der Landesportbund Hessen und das Hessische Ministerium für Familie, Gesundheit und Sport bewilligten je rund 5000 EUR. Anders als bei Umrüstungen von bestehenden Flutlichtanlagen auf LED, fördert der Bund eine Neueinrichtung nicht. Zum Schließen der Deckungslücke organisierten die TSG-Leichtathleten um die langjährigen Übungsleiterinnen Andrea Ewald und Anne Will 2024 einen Tag des Spendenlaufs im Stadion, und sorgten auch für Bewirtung. Der Erfolg war beeindruckend; es kamen über 10.000 EUR zusammen.
Finanzierung und technische Klärungen, u.a. eine Baugrunduntersuchung, im Rahmen der Baugenehmigung und rund um die Statik eines Lichtmastes konnten Ende 2025 abgeschlossen werden. Am 17. März dieses Jahres dann stellte eine Fachfirma den 16 m hohen Lichtmast mit vormontierten LED-Leuchten in der Mitte der langen Seite vor der Tribüne auf. Die Lichtausbreitung ist, auch wegen Vorgaben der Naturschutzbehörde, exakt ausgelegt: Volle Beleuchtung mit durchschnittlich 79 Lux erhält eine Sprintbahn entlang dieser Seite des Stadions; verspiegelte Blenden sorgen dafür, dass auf der gegenüberliegenden Seite die Bahn noch erkennbar ist. Der etwas entfernt davon liegende Wald liegt jedoch im Dunkeln. Auch die Lichtfarbe von 3000 Kelvin dient insektenfreundlich dem Naturschutz. Die Anschlussleistung liegt bei 2580 Watt.
TSG-Vorstandsvorsitzender Henning Schäfer dankte den Helfern, die mit ihren vielfältigen Leistungen die Arbeit der Fachfirmen begleiteten, darunter neben dem oben genannten Werner Just, der Architektin Alexandra Just, dem Bau- und Betriebshof der Stadt Lollar für tatkräftige Unterstützung von Anbeginn an bis zu den Abschlussarbeiten, Steffen Leinweber vom Bauamt der Stadt für administrative Unterstützung und technischen Rat, Frank Schwarzer von der TSG für vielfältige handwerkliche Eigenleistungen des Vereins, sowie Dr. Richard Wagner von der TSG für die Projektbegleitung, beginnend mit den Förderanträgen.
Not macht erfinderisch, unter diesem Motto würdigte Bürgermeister Jan-Erik Dort die Leistung der Beteiligten, vor allem der TSG-Mitglieder. Sie hätten gezeigt, was Ehrenamtliche mit Tatkraft erreichen könnten, auch wenn die Kommune nur moderat finanziell unterstützen könne.


